timesurfing Zeitsurfen Zeitsurfing Wie man seine Zeit besser nutzen kann entspannt arbeiten
Organisation

Zeitsurfing

Das Leben kann manchmal ganz schön ironisch sein, wie zum Beispiel heute. Ich habe viel zu tun und es fehlt mir ein bisschen die Zeit, um einen schönen langen, ausführlichen Artikel zu schreiben. Stattdessen gibt es heute einen etwas kürzeren Bericht über – Achtung – Zeitsurfing.

Ich bin diesen Samstag beim Frisör über den Begriff gestolpert und ich muss sagen, dass ich mich mit dem Konzept gleich identifizieren konnte. Aber first things first.

Was ist Zeitsurfen?

Der Begriff stammt wohl ursprünglich von dem Autor Paul Loomans, der auch das gleichnamige Buch dazu geschrieben hat. Der vollständige Titel lautet:

Time Surfing: The Zen Approach to Keeping Time on Your Side.

Das klingt doch schonmal nicht schlecht, oder? Mit Zen verbindet man auf jeden Fall Ruhe und Gelassenheit und wer geht nicht gern ruhig und gelassen durch den Alltag… Zu Deutsch lautet der Titel übrigens “Ich habe die Zeit: Gelassen alle Aufgaben meistern. Eine Anleitung zum Zeitsurfen”.

Grundsätzlich geht es dabei nicht um schnödes „Zeitmanagement“, der Ansatz ist vielmehr intuitiv. Aufgaben werden nach Bauchgefühl erledigt, so wie sie gerade reinpassen und jeder Aufgabe wird die volle Aufmerksamkeit gewidmet. Halbe Sachen gibt es dabei nicht, alles soll zu 100% fertig gestellt werden, eins nach dem anderen, dabei immer bewusst und achtsam.

timesurfing Zeitsurfen Zeitsurfing Wie man seine Zeit besser nutzen kann entspannt arbeiten

Wie unterscheidet es sich zum klassischen Zeitmanagement?

In einem früheren Artikel habe ich ja schonmal ein paar meiner Lieblingsstrategien aufgezählt, mit denen ich meinen Alltag strukturiere und mit denen ich recht zufrieden bin. Dabei habe ich auch schon erwähnt, dass sich Zeit eigentlich nicht managen lässt, weil man sie weder vermehren noch reduzieren kann. Man kann sie nur möglichst sinnvoll nutzen.

Beim klassischen Zeitmangement geht es dabei oftmals nur darum, in der Zeit die wir für unsere Arbeit zur Verfügung haben, möglichst viel erledigt zu bekommen. Für Störungen oder flexibles Umplanen ist dabei meistens nur wenig Raum zur Verfügung. Unterbrechungen führen deshalb schnell zu Stress, und das ganze sorgfältig geplante „Zeitmanagement“ geht nicht mehr auf.

Loomans Ansatz ist dabei offenbar ein anderer: Auch Unterbrechungen werden mit der vollen Aufmerksamkeit behandelt und nicht als nervige Störung abgekanzelt.

Auch auf die Erledigung unangenehmer Aufgaben wird eingegangen: Negative Emotionen und Ängste sollen vergegenwärtigt und objektiv betrachtet werden. So kann man Abstand gewinnen und das eigene Handeln besser verstehen. Oft findet sich dabei die Lösung von alleine.

Wie kann es uns helfen?

Beim Zeitsurfen geht es nicht darum, immer mehr immer schneller zu erledigen, sondern stattdessen seinen eigenen Rhythmus (oder Flow) zu finden. Ich finde, das ist ein spannendes Konzept, das uns vielleicht wieder etwas weg von der Mentalität der Leistungsgesellschaft führt und hin zu mehr intuitivem Leben.

timesurfing Zeitsurfen Zeitsurfing Wie man seine Zeit besser nutzen kann entspannt arbeiten

Funktioniert das im wahren Leben überhaupt?

Die Frage kommt auf, ob man bei dieser Art der Zeiteinteilung am Ende nicht einfach nur die Dinge tut, die einem Spaß machen und möglichst wenig anstrengend sind. Zugegeben, jemand der nur zur Arbeit geht um Dienst nach Vorschrift zu machen und die Zeit abzusitzen, wird mit diesem Konzept wahrscheinlich auch nicht viel anfangen können. Aber für alle, die ihren Job gerne machen und ihren Workflow entschleunigen möchten, könnte diese Methode sehr gut funktionieren.

Wer sollte es ausprobieren?

Ich habe nur einen Artikel in einer Zeitschrift über Zeitsurfing gelesen, das Buch selber aber noch nicht. Ich werde mir das Buch aber bald mal genauer anschauen und die Tipps darin umsetzten. Natürlich werde ich hier dann auch entsprechend darüber berichten, wie gut es funktioniert und ob es vielleicht auch Fallstricke gibt.

Ich freue mich auf jeden Fall, dass hier jemand die alten Konzepte des Zeitmanagements überdacht hat und wir mal etwas neues Ausprobieren können. Und wenn das Konzept hält, was es verspricht, dann kann man damit den Kopf wieder freibekommen, für die schönen Dinge im Leben und gleichzeitig entspannt und mit Freude der eigenen Arbeit nachgehen.

Schreibt mir doch, ob ihr mit Zeitsurfing etwas anfangen könnt oder ob euer Alltag sowieso schon entspannt und produktiv genug ist. Ich freu mich über eure Erfahrungen.

Hier geht’s übrigens zur Website des Autors.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.